Das Geburts- und Elternhaus in Alençon

 

Thereses Geburtshaus steht in Alençon, an der Rue Saint-Blaise. Hier wurde sie am 2. Januar 1873 geboren. Das schmale, zweistöckige Haus mit ausgebauter Mansarde gehörte den Eltern von Zélie Martin. Louis und Zélie Martin sind mit ihren Kindern 1871, eineinhalb Jahren vor Thereses Geburt, von der Rue du Pont-Neuf hierher gezogen.

Eine Dauerausstellung im Foyer informiert über die Familie Martin auf großen Tafeln mit Fotos. Erhaltene Werkzeuge und Gegenstände der Martins kann man in Schaukästchen betrachten. In einem Kinosaal wird ein Kurzfilm gezeigt, der nach Briefen der Mutter zusammengestellt wurde. Im Haus ist die berühmte Treppe, auf deren Stufen Therese als Kleinkind bei Hinaufgehen jedesmal „Mama!“ gerufen hat. Später galt sie ihr als ein Symbol für den mühsamen Weg der Vollkommenheit. Sie sehnte sich nach dem einfacheren „Fahrstuhl“, den sie in den Armen Jesu fand. Man kann die Küche, Wohn- und Arbeitszimmer der Familie betreten. Im letzten erledigte Zélie ihre Alençoner Spitzenarbeiten und Louis die Buchführung. Im elterlichen Schlafzimmer steht das Bett, in dem die heilige Therese geboren wurde und viereinhalb Jahre später ihre Mutter gestorben war. Die angrenzende Kapelle wurde 1925 nach Thereses Heiligsprechung gebaut und erhält Reliquien von Therese, Louis und Zélie Martin in wunderschön gestalteten Reliquiaren.

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Die Basilika NOTRE-DAME in Alençon

 

Gotische Pfarrkirche Notre-Dame in der Stadtmitte von Alençon, Thereses Geburtsstadt, mit Reliquien von ihr und ihren Eltern. Hier haben Louis Martin und Zélie Guérin am 13. Juli 1858 geheiratet,  hier wurde Therese am 4. Januar 1873 getauft und hier fand auch die Trauerfeier für Zélie Martin nach ihrem Tod 1877 statt. Das Taufbecken befindet sich in einer nördlichen Seitenkapelle, hier wird auch Thereses weißes Taufkleid ausgestellt. Ein buntes Glasfenster in der Taufkapelle zeigt Thereses Taufe. In diese Kirche gingen die heiligen Louis und Zélie Martin jeden Tag in die heilige Messe, seit sie in die Rue Saint-Blaise umgezogen waren. Ein Jahr nach ihrer Seligsprechung erhob Papst Benedikt XVI. 2009 die Kirche wegen ihrer Bedeutung zur Basilica minor.

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Lisieux: Les Buissonnets

 

Les Buissonnets („die Büsche“) heißt das Haus in Lisieux, das Onkel Isidore, der Mitvormund der fünf Martin-Töchter, für sie und den Vater Louis nach dem Tod von Mutter Zélie ausgesucht hatte. Es wurde für zwölf Jahre gemietet. Therese wohnte hier von 1877 bis zu ihrem Klostereintritt in den Karmel am 9. April 1888. Das Haus liegt an einem Hang und etwas abseits vom Zentrum. Man kann es im Rahmen einer Audioführung besichtigen.

Im Erdgeschoss ist die Küche mit dem Kamin, der an Thereses Weihnachtsgnade 1886 erinnert. Daneben liegt das Wohn- und Esszimmer, in dem Therese die letzte Mahlzeit mit der Familie vor ihrem Karmeleintritt eingenommen hat. Eine enge Treppe führt nach oben zu den Schlafzimmern. Im Zimmer, in dem die kranke Zehnjährige von der Mutter Gottes vom Lächeln geheilt wurde, steht eine Kopie dieser berühmten Statue. In der Mansarde befindet sich der Belvedere, von wo aus man die ganze Stadt sehen kann. Dies war der bevorzugte Rückzugsort des Vaters, um zu beten und zu meditieren. In Léonies früherem Zimmer sind Thereses Puppen und Spielzeuge ausgestellt. Im Garten steht ein weiße Carrara-Marmor Gruppe, die die 14-jährige Therese mit ihrem Vater zeigt, als sie ihn bat, bald in den Karmel eintreten zu dürfen.

Bilddokumentation Les Buissonnets

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Die Kathedrale SAINT-PIERRE in Lisieux

Imposante Kathedrale im normannisch-gotischen Stil (Baubeginn im 12. Jahrhundert) im Zentrum von Lisieux. Bis zur Französischen Revolution war sie Bischofskirche; zur Thereses Zeit war der Bischofssitz in Bayeux.

Links in einer Seitenkapelle hat Therese ihre erste Beichte abgelegt; sie war damals noch so klein, dass der Beichtvater sie auffordern musste, aufzustehen, um sie zu sehen. Am Beichtstuhl ist eine Gedenktafel angebracht. In diese Kathedrale kamen die Martins jeden Sonntag zur Messe, sie hatten feste Plätze in einer rechten Seitenkapelle, in der jetzt Fotos der Familie und eine moderne Theresienstatue zu sehen sind. Hier fiel ein Gebetsbildchen mit dem Gekreuzigten aus Thereses Gebetbuch heraus, und sie verspürte bei diesem Anblick, dass Jesu Blut nicht auf die Erde fließen und umsonst vergossen sein sollte. „Ich beschloss, im Geiste meinen Standort am Fuße des Kreuzes einzunehmen“, schreibt sie später darüber.

Der Hauptalter mit der Grablegung Jesu wurde von Herrn Martin 1888 gestiftet, im Jahre von Thereses Klostereintritt. In der Sakramentskapelle (Kapelle Notre-Dame) nahm Therese mit ihrem Vater an jedem Werktag an der Heilige Messe teil.  In der Kapelle Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel steht die Statue der Mutter Gottes, die Pauline in der Berufung zum Eintritt in den Karmel bestätigt hatte. Damals stand diese Statue noch in der Pfarrkirche Saint-Jacques. 

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Der Karmel von Lisieux

Die hl. Therese trat am 8. April 1888 in den Karmel von Lisieux ein und lebte dort bis zu ihrem Tod am 30. September 1897. Drei ihrer leiblichen Schwestern, Marie, Pauline und Céline, lebten ebenfalls hier als Karmelitinnen. (Léonie trat ins Kloster der Heimsuchungsschwestern in Caen ein.) Der Karmel von Lisieux wurde erst 1877 fertig gestellt. In diesem Jahr war Therese nach dem Tod der Mutter mit ihrem Vater und ihren leiblichen Schwestern von Alençon nach Lisieux gezogen. Mit dem Vater betrat die kleine Therese die Karmelkirche oft bei Spaziergängen am Nachmittag, als sie Jesus im Allerheiligsten Altarsakrament besuchten.

1923 wurde die Kirche vergrößert, um nach Thereses Seligsprechung die immer größer werdende Pilgerschar aufnehmen zu können. Der Chor der Schwestern befindet sich rechts vom Altarraum und Thereses Platz ist mit einem vergoldeten Kreuz gekennzeichnet. Heute kommen die Karmelitinnen zur Konventsmesse und zum Stundengebet in die Kirche, wo man mit ihnen zusammen beten kann. Zu Thereses Zeiten war die Klausur viel strenger, man konnte die Schwestern hinter dem Gitter nicht sehen.

Seit dem 26. März 1923 ruhen Thereses sterbliche Überreste in einer rechten Seitenkapelle unter einem Glasschrein. Die Figur darin stellt Therese auf dem Totenbett dar. Seit ihrer Heiligsprechung im Jahre 1925 hält die Figur der heiligen Therese eine vom Papst Pius XI. gestiftete goldene Rose in der Hand.

Neben der Kirche ist ein sehr sehenswertes, kleines Museum, in dem man unter anderem einige originale Gebrauchsgegenstände Thereses und einen Film über das Kloster und das heutige Leben der Karmelitinnen sehen kann.

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Die Basilika Sainte-Thérèse

 

Die beeindruckende Basilika der heiligen Therese, in neobyzantinischem Stil gebaut, liegt auf einem Hügel oberhalb der Altstadt von Lisieux. Nach der Heiligsprechung Thereses 1925 hatte man beschlossen, eine schöne, geräumige Kirche zu bauen, um der großen Pilgerschar genug Platz bieten zu können. Das Bauvorhaben hatte die volle Unterstützung vom Papst Pius XI., der Therese heiliggesprochen hatte.

1929 war Baubeginn, 1937 wurde die Basilika geweiht; fertig gestellt aber erst 1954. Während des Zweiten Weltkrieges suchten die Stadtbewohner und auch die Karmelitinnen (darunter Pauline und Céline, zwei der leiblichen Schwestern Thereses, die noch am Leben waren) Schutz vor den Bombardierungen in der damals schon fertigen Krypta.

Riesige Mosaiken, von Thereses Leben inspiriert, schmücken das Innere der Kirche.   In der Kuppel, die man besteigen kann, ist eine nicht explodierte Bombe der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen. Rechts in der Oberen Basilika brennen viele Kerzen vor einer Armreliquie der hl. Therese. In der Unteren Basilika (Krypta) beten die Gläubigen vor dem neuen Reliquienschrein ihrer im Jahre 2015 ebenfalls heiliggesprochenen Eltern  Louis und Zélie Martin.

Im „Kreuzgang der Barmherzigkeit“, direkt neben dem Haupteingang, kann man sich über die Bekehrung des Mörders Pranzini informieren. Für ihn hatte  Therese als junges Mädchen viel gebetet. Hinter dem Gebäudekomplex befindet sich der neu restaurierte Kreuzweg, der mit Thereses Worten zur Meditation der Passion Christi einlädt. Zur Basilika gehört noch ein Diorama, das mit lebensgroßen Wachfiguren Thereses Leben erzählt, ein Kinosaal, in dem die Pilger sich einen kurzen Film über Therese anschauen können, und ein unterirdischer Souvenirladen.

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Die Basilika Notre-Dame-des-Victoires in Paris

 

Im Herzen von Paris, nicht allzu weit vom Louvre, in der Nähe der Börse, auf einem kleinen Platz (Place des Petits-Pères) steht die nach außen hin unscheinbare Kirche Notre-Dame des Victoires, Unsere Liebe Frau vom Siege, eines der berühmtesten Marienheiligtümer Frankreichs.

Im 17. Jahrhundert erbaut, entstand das Gebäude nach einem Gelübde des französischen Königs Ludwig XIII., im Falle eines Sieges über die Hugenotten der Muttergottes eine Kirche zu errichten. Der König konnte 1628 einen Sieg durch die Einnahme von La Rochelle feiern, und so wurde der Bettelorden der Augustiner (Petits-Pères, Kleine Väter) mit der Betreuung der neuen Kirche beauftragt.

1637 hatte Bruder Fiacre eine Marienerscheinung. Das Kind, das Maria in den Armen trug, war aber nicht das Jesuskind, sondern der sehnsüchtig erwartete künftige Thronfolger Ludwig XIV., der neun Monate später geboren wurde. Viele berühmte Persönlichkeiten pilgerten zur Muttergottes vom Siege, die Bruder Fiacre auch als „Zufluchtsort der Sünder“ genannt hatte.

Wegen ihrer Bedeutung wurde die Kirche von Papst Pius XI. zur Basilica minor erhoben. Heute sind es die Benediktinerinnen von Sacré-Coeur von Montmartre, die die Pilger empfangen und durch das Heiligtum führen.

Seit Thereses Heiligsprechung 1925 ist ihr eine Kapelle gewidmet, in der ein Glasfenster ihre Wallfahrt mit dem Vater und Céline im Jahre 1887 darstellt. Auf ihrer Pilgerfahrt nach Rom hatten die Martins in diesem wichtigen Marienheiligtum Station gemacht. Seit 2012 beherbergt eine kleine Kapelle Reliquien der heiligen Eltern Louis und Zélie Martin.

Alle in der Familie Martin waren glühende Verehrer Unserer Lieben Frau vom Siege. Schon Louis, Thereses Vater, als er den Uhrmacherberuf in Paris erlernte, betete und empfing häufig die heilige Kommunion in dieser Kirche. Zélie, die Mutter, verehrte Unsere Liebe Frau vom Siege in der St. Leonhardskirche in Alençon. Als ihr Bruder Isidore in Paris studierte und den Gefahren der Großstadt ausgesetzt war, bat ihn Zélie inständig in ihren Briefen, jeden Tag zu Notre-Dame des Victoires zu gehen und ein Ave Maria zu beten.

Für die Genesung Thereses wurden hier mehrmals Messen gefeiert; 1883 ließ ihr Vater eine Messnovene für sie lesen, damit die zehnjährige Therese von ihrer schlimmen Krankheit geheilt werde. 1897 ließ die Priorin Mutter Marie de Gonzague für die sterbenskranke Therese wiederum heilige Messen dort feiern.

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Trouville – Deauville

 

Das kleine Fischerdorf Trouville-sur-Mer entwickelte sich zu Thereses Zeit zum beliebten Badeort, die Hotels des mondänen Deauville wurden erst später gebaut. Diese zwei Badeorte am Meer an der Côte Fleuri (Blumenküste) sind durch den Fluss Touques getrennt. Dieser fließt durch Lisieux und mündet in den Ärmelkanal.

Therese sah am 8. August 1878 das erste Mal in Trouville das Meer, das sie so tief beeindruckte. Madame Guérin, die Tante der Martin-Töchter, lud ihre Nichten jedes Jahr ans Meer ein. Therese verbrachte eine Woche im Mai 1885 in Deauville in der Villa des Roses.   

Im September 1885 hatte sie einen Ferienaufenthalt am Meer, diesmal in Trouville, in der Villa Marie Rose.

Im Juli 1886 und Juni 1887 verbrachte sie einige Urlaubstage in Trouville in der Villa des Lilas. Sie war auch in der Kirche Notre-Dame-des –Victoires in Trouville.

Die Tante versuchte alles, berichtete Therese, um nicht nur ihren Töchtern, sondern auch ihren mutterlosen Nichten schöne, erholsame Ferien zu ermöglichen. Der weite Horizont, die Schönheit des Meeres und die Segelboote inspirierten Therese zu tiefen Gedanken über Gott und die Schöpfung.

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Notre-Dame de Grâce in Honfleur

 

Diese berühmte Wallfahrtskirche der Normandie liegt auf einer Anhöhe direkt am Ärmelkanal an der Côte de Grâce (Gnadenküste). Richard II., Herzog der Normandie, Urgroßvater Wilhelm des Eroberers, gelobte  in einer Seenot im 11. Jahrhundert eine Wallfahrtskirche zu erbauen. Nach einem Erdbeben 1538 und den Unruhen der Hugenottenkriege ist die heutige kleine Kirche ein Bau aus dem 17. Jahrhundert. Das ursprüngliche Gnadenbild Notre-Dame de Grâce, Unsere Liebe Frau von der Gnade, die nach dem Erdbeben wie durch ein Wunder erhalten  geblieben war, ging in den Wirren der Französischen Revolution verloren und wurde später durch eine andere Statue ersetzt.

Viele Könige, Edelleute, aber auch einfache Bürger, Bauern und Seeleute kamen in die kleine Wallfahrtskirche zur gekrönten Muttergottes mit dem Jesuskind und brachten ihre Votivgaben, Bilder und Schiffsmodelle mit. Diese sind heute noch in der Kirche ausgestellt, beziehungsweise an der Decke aufgehängt, und bezeugen die tiefe Frömmigkeit der normannischen Seeleute. Sie verleihen dem Gotteshaus gleichzeitig einen maritimen Charme. Zwei Töchter der Familie Gosselin beteten hier um die Gründung eines Karmelitinnenklosters in Lisieux. Ihr Gebet wurde erhört, 1838 wurde der Karmel gegründet, in den 50 Jahre später Therese eingetreten ist.

Herr Martin war seit dem Umzug nach Lisieux öfter mit seinen Töchtern in diesem Kirchlein. 1887 wallfahrte er mit Léonie, Céline und Therese hierher, um für Thereses frühen Eintritt in den Karmel zu beten. Der rechte Seitenaltar ist nun Therese geweiht. Heute noch pilgern Seeleute mit Modellen von Fischerbooten am Pfingstmontag von Honfleur nach Notre-Dame de Grâce.

 Von der nahen Steilküste hat man einen schönen Panoramablick auf die Trichtermündung der Seine in das Meer und die Stadt Le Havre. Die moderne Brücke Pont de Normandie kann man ebenfalls von dem Aussichtspunkt aus bewundern.

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